Schelmenmarktheft 2022
44 Quelle: W. Prantl, Somborn Gelnhäuser Marktwesen im Wandel der Zeit von Yannick Dudene Der Schelmenmarkt reiht sich in die lange Geschichte der beste- henden Markttradition in Gelnhausen ein. Bereits zu der Zeit Kai- ser Barbarossas erfreuten sichMärkte undMessen in unserer Stadt großer Beliebtheit. Durch den großen Freiheitsbrief von Friedrich dem I. am 25. Juli 1170 und dem nachfolgenden Gnadenbrief des Kaisers an die ansässigen Kaufleute wurde die freie Reichsstadt Gelnhausen ein wichtiger Verkehrsknotenpunkt, sowohl zu Lande als auch auf dem Wasser. Wichtige Verkehrswege, wie der Fran- kenweg, die Reff- oder Birkenhainerstraße und die zum damali- gen Zeitpunkt noch schiffbare Kinzig intensivierten den Handel. Bedeutend war zudem die Verlegung des „Köbeler Marktes“ nach Gelnhausen am 5. August 1220. Zunächst als Jahrmarkt durchgeführt, entstand daraus die Gelnhäuser Messe, die mit einer Laufzeit von acht Tagen Kaufleute aus dem gesamten Reich nach Gelnhausen lockte. Die Errichtung eines Kaufhauses (das heutige Rathaus) unter Ludwig dem Bayern im Jahre 1330 sorgte weiterhin für einen florierenden Handel. Im Laufe der Zeit wurden in der Barbarossastadt weitere zahlrei- che Märkte veranstaltet. Hier sind beispielsweise der Lichtmeß- markt (2. Februar), der Ostermarkt, der Johannismarkt (24.Juni), der Michaelismarkt (29. September), der Andreasmarkt (30. No- vember) und der Weihnachtsmarkt zu nennen. Durch den 30-jäh- rigen Krieg ging das Marktgeschehen deutlich zurück. Durch die Marktordnung von 1839 erlangten Obst- und Gemüsemärkte sowie die Weinlese in Gelnhausen eine große Bedeutung – nicht zuletzt, wenn nach getaner Arbeit Geld und Muße zur lustigen Ausgelassenheit vorhanden waren. Die beiden Weltkriege brach- ten das Marktwesen in Gelnhausen völlig zum Erliegen. Nach der Gründung der Gelnhäuser Schelme im Dezember des Jahres 1947 kam die Idee zur Gestaltung eines Herbstmarktes auf. Der Name „Schelmenmarkt“ war dank eines Geschäfts- mannes schnell gefunden, jedoch war die Durchführung des Marktes eine wahre Herausforderung. Dies lag vor allem an der Währungsreform vom 20. Juni 1948. Trotz aller Schwierigkei- ten gelang es den Schelmen, ein buntes Markttreiben vom 09. bis 11. Oktober 1948 auf die Beine zu stellen. So wurde der Schelmenmarkt geboren. Und damals wie heute ist es die vor- nehmste Aufgabe der Schelme, Gäste aus nah und fern in unse- rer schönen Barbarossastadt willkommen zu heißen und ihnen einige unbeschwerte Stunden zu ermöglichen. Quelle: W. Prantl, Somborn Quelle: W. Prantl, Somborn Quelle: W. Prantl, Somborn
Made with FlippingBook
RkJQdWJsaXNoZXIy MjM3MzI=