Schelmenmarktheft 2022
52 Jim wollte immer Schauspieler werden, doch der Berufsweg war schon festgelegt: Er sollte das elterliche Hotel „Haus Plaß- mann“ eines Tages übernehmen. Daher absolvierte Jim eine Ausbildung als Koch im damals renommierten „Frankfurter Hof“ in Frankfurt am Main. Doch so richtig kochen wollte Jim danach im Familienbetrieb in der Küche nicht und ging statt- dessen lieber abends in Gelnhausen feiern, wo er auch seine zukünftige Frau Sigrid in der Disco „Black Jack“ kennen lernte und 1972 in Gelnhausen heiratete. Durch die Geburt in der Ehe der beiden Kinder Bettina und Benjamin verzog es das Paar nach Biebergemünd-Kassel, wo sich Jim beruflich neu in die Versicherungsbranche orientierte und dort in seiner Karriere unter anderem bei der Frankfurter „Allianz-Versicherung“ die Innen- und Außenfortbildung der Bezirksdirektion Frankfurt/Fulda leitete oder danach die Grün- dung der „AXA-Versicherung“ auf dem deutschen Markt vor- antrieb und mitprägte. Im Jahre 1988 zog es ihn mit seiner Familie nach Gelnhausen, wo sich Tochter Bettina sehr schnell für den Tanzsport begeis- terte und bei der TSC Gelnhäuser Schelmengarde einstieg. Da er sie viel bei ihren Auftritten und Turnieren begleitete, ent- stand der Kontakt zu den Schelmen. Hier wurde er dann vom damaligen Sitzungspräsidenten Gerhard Müller gefragt, ob er spontan den Büttenredner Fred Baumann bei der Faschings- sitzung ersetzen könnte – dieser war kurzfristig ausgefallen. Ohne große Erfahrungen als Karnevalist sagte er zu, was sich im Nachhinein als Glücksgriff für die Gelnhäuser Fastnacht erwies, denn durch seine Auftritte als „Lolita“, „Eunuch“, oder dem „Di- rigenten“ brachte er das Publikum in der Stadthalle stets zur fröhlichen Ekstase. Keine Politikprominenz war vor ihm sicher, als auf der Bühne vom „Barbier von Sevilla“ rasiert zu werden. Doch nicht nur in der Fastnacht setzte er sich für die „Schel- me“ und die Stadt Gelnhausen ein. Er bewirkte im Verein auf Vorstandsebene einige Projekte, wie den Bau des neuen Ver- einsheims, die Förderung einer Jugendgruppe sowie 2004 das Aufnahmerecht für Frauen als Mitglied des Geselligkeitsvereins. Denn dieses Recht blieb den Schelmenfrauen bis dato unter- sagt. Jim war 2004 ein dreiviertel Jahr der erste Vorsitzende der „Schelme“ und beerbte damals Joachim Ludwig, der zuvor ein viertel Jahrhundert lang die Geschicke des Vereins geleitet hatte. Auch außerhalb des Vereins setzte er sich viel für die Gesellig- keit und für die Geschichte der Stadt ein. So kam es, dass er sich sehr für den Zuschlag des Hessentages 1997 in Gelnhausen en- gagierte, wo auch seine Tochter Bettina, zusammen mit Jürgen Bohländer, das Hessentagspaar in Gelnhausen repräsentierte. Bei der historischen Stadtrechtsfeier Gelnhausen schrieb er v.L.: Joachim Ludwig, Christa Ludwig, Albrecht Plaßmann bei der Taufe des Schelmenheimes am 10. Juli 2004 v.L.: Hans-Jörg Neidhard mit Albrecht Plaßmann bei der Moderation des Gelnhäuser Weinfestes Plaßmann in Mitten des Schel- menvorstandes 2002 bei der Ehrung des Festwirtes Sperzel
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