Schelmenmarktheft 2022

60 Die Schönheit der „Röther Gasse“ erkennt man erst auf den zweiten Blick: Nämlich beim Blick nach vorn in den Schwung der Gasse, auf die Obergeschosse und die Erinnerung an jene, die darin schliefen und lebten. Dürichweg / Auf der Dürich Amphitheatralisch präsentiert sich Gelnhausen an den Ausläu- fern des Vogelsbergs allen Reisenden, die von Westen auf die Stadt zu reisen. Viele der Berge oder Bergvorsprünge haben Namen: Herzberg, Heinrichshöhe oder noch viel interessanter die „Dürich“. Vom „Äußeren Holztor“ aus führt ein zwar etwas steiler, doch relativ bequemer Weg aufwärts zur „Dürich“. Im vorletzten Jahrhundert wurde diese Anhöhe fälschlicherweise „Dietrichs- berg“ genannt, in Unkenntnis der wahren Herkunft des Na- mens „Dürich“. Die „Dürich“ besteht aus drei Teilen. Dem Dürichweg, der ei- gentlichen Anwohner- und Fahrstraße mit Hausnummern. Da- nach folgt die nicht all zu lange Hohle, die links und rechts von Bäumen und Gebüsch bewachsen ist, und zehn Minuten später ist man dann „Uff de Dürich“ – oben vor dem Blockhaus – an- gekommen. Über diese Wegeverbindung konnte man in nord-südlicher Richtung in den Büdinger Reichsforst gelangen. Nördlich von Gettenbach und Breitenborn erreichte diese Straße dann die sogenannt Reffenstraße, die nach Osten und weiter nach Nor- den hoch in den Vogelsberg führte. Auf dem Weg durch die Dürich-Hohle hat man hier und da einen prächtigen Blick auf die Stadt und die Umgebung. Das steinige, nicht urbare Ödland vor dem Wald war früher mit schönen Kirschbäumen bewachsen und zu Zeiten des Wein- baus in Gelnhausen lag die „Dürich“ in mitten des Weinbau- gebiets. Das begann im Westen bei Roth, führte nördlich an Gelnhausen vorbei und reichte bis nach Haitz. So wird 1370 Die Dürich und ihr charakte- ristischer Hochbehälter, den jeder Gelnäuser kennt. Bild unten: Der Hochbehälter im Bau (Quelle: Buch Gelnhau- sen und sein Wasser vom Mittel- alter bis zur Neuzeit)

RkJQdWJsaXNoZXIy MjM3MzI=