Schelmenmarktheft 2023

34 In den Bergen fühlte sich Willi Kurz wohl. Hier der Wilde Kaiser in Ellmau. Genießer, mit Leib und Seele: Willi Kurz (* 06.06.1924 – † 01.04.2022) Willi Kurz, ein Gelnhäuser aus Leidenschaft von Erhard Bartel Portrait eines Zugereisten aus Lauterbach Wir sehen unseren Vater als einen guten Familienmenschen, der seine Freizeit aber auch mit guten Freunden, seinen Geln- häuser Mitmenschen und den Weggefährten aus der Politik teilte, so seine Töchter Sibylle und Regine. Manchmal haben wir ihn schon vermisst, haben jedoch eingesehen, dass er sich auch für seine neue Heimatstadt und deren Menschen einbrin- gen musste. Die Töchter beschrieben ihn als einen ewig Jung- gebliebenen und immer adrett gekleideten Senior. Das wichtigste Datum im Leben des Willi Kurz war der 1. Okto- ber 1950. Hier wurde er vom Hauptzollamt in Fulda nach Geln- hausen versetzt. Seit diesem Tag veränderte sich viel im Leben des Willi Kurz und dies in allen Bereichen. Sowohl familiär, be- ruflich und auch politisch wurde ihm Gelnhausen zur neuen Heimat. Ausgestattet mit den ihn prägenden Eigenschaften wie Ehrlichkeit, Treue und Verlässlichkeit stieg er in die Spe- dition seines künftigen Schwiegervaters ein und heiratete des- sen Tochter. Zuvor gab er jedoch seinen Beamtenstatus auf, da sein Schwiegervater keinen Beamten in seinem Betrieb als Nachfolger haben wollte. Aus seiner Ehe mit Waltraud gingen zwei Töchter hervor, Sibylle wohnt in Wiesbaden und Tochter Regine blieb in Gelnhausen. Doch zuerst noch einige Daten zum Lebenslauf des Willi Kurz. Er wurde am 6. Juni 1924 in Lauterbach geboren. Im Alter von 16 Jahren wurde er Soldat und kam bei Kriegsende als zwan- zigjähriger Leutnant nach Hause. Danach arbeitete er beim Hauptzollamt in Fulda, bis es ihn, wie anfangs erwähnt, nach Gelnhausen verschlagen hat. Sein liebstes Hobby war das Reisen. Hier liebte er vor allem die Berge. Unzählige Male besuchte er seinen zur zweiten Hei- mat gewordenen Lieblingsort Ellmau am Wilden Kaiser. Hier machte er noch mit 97 Jahren mit seinen Töchtern Urlaub und unternahm mit ihnen sogar noch Bergtouren. Abends war er noch mit ihnen der Star auf der Tanzfläche. Er fühlte sich halt immer jung oder besser gesagt jung geblieben. Er hat auch nie den Seniorenclub in Gelnhausen besucht, es sei denn dienst- lich als Seniorenbeauftragter der Stadt Gelnhausen. Seine klare

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